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US-Army Firstzelt ohne Boden (Puptent) aus Beständen der Königlichen Holländischen Streitkräfte, ein vergrössertes Modell der Bundeswehr-"Dackelgarage": etwa ein Drittel länger, breiter und höher, für 2 Personen plus Gepäck, schweres Baumwoll-Segeltuch und zwei 3-teilige Gestänge aus Holz.

Das kann man sich gar nicht vorstellen, ein Baumwollzelt aus den 50ern im Zeitalter von Silnylon und T6...

Dieses Zelt hat mich auf unzählige Open Air Festivals begleitet. Es hat das übliche 30 Euro Billig Polyesterzelt abgelöst. Und es hat nur einen Nachteil: ich musste es immer alleine schleppen, Je eine 3teilige Holzstange und eine Zeltplane sollen ja beim Militär von einem Soldaten getragen werden. Das Gesamtgewicht liegt ja auch bei etwa 5-6 kg - trocken :) Nass ist sicher mindestens 10kg, kommt einem auf jeden Fall so vor...

Kommen wir nun zu den Vorteilen:

Bei Regenwetter bleibt man erstaunlicherweise trocken. Selbst bei 3 Tagen starkem Dauerregen gab es keine Probleme. Da das Zelt keinen wasserdichten Boden hat (genauergesagt gar keinen Boden) sollte man aber den Graben ums Zelt nicht vergessen :) Nach diesen 3 Tagen hatte sich das Segeltuch ordentlich mit Wasser vollgesogen, liess aber nichts ins Zelt, wenn man nicht wollte :) (Nicht berühren!)

Bei Sonnenwetter leistet dieses Zelt erstaunliches: Ich hatte wiederholt Hunde im Zelt, weil es so schön kühlt! Einen sonnengewärmten Kasten Bier reinstellen - und nach einiger Zeit ist das Bier kälter als beim Kauf! Wirklich erstaunlich. Was ein Spass, wenn man sieht, wie sich alle anderen tagsüber (aus gutem Grund) nicht in ihre Plastik-Iglus trauen. Ausserdem lässt sich das Zelt sehr effizient als Wind- und Sonnenschutz einsetzen, da man jede Ecke einzeln oder auch mal eine ganze Längsseite hochklappen kann. Der Zeltaufbau wandert so mit der Sonne mit, sehr angenehmes Feature.

Wind ist kein Problem: Für ein Firstzelt steht es überraschend stabil im Wind. Bei Sturmstärke habe ich es erproben können (müssen), die 6 Abspannpunkte an Zelttuch-Längsseite sowie an den Zeltstäben und mittig auf den Zeltwänden reichen für einen sicheren Stand. Bei einem Orkan oder Alaska-Wintersturm mag das anders aussehen :) Aber für deutsche Mittelgebirge in schlechtem Wetter ist es gut gewappnet.

Schnee hat dieses Zelt nicht erlebt.

Fazit: Ein Zelt, das ich so, gerade für Festivals, jederzeit wieder kaufen würde. Da man es mich aber immer alleine tragen lässt, hab ich jetzt 'n Tarp :)

gekauft hab ich es (damals) bei Räer Ausrüstungen Hildesheim
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Wir sind Verrückte

aber nur die Engländer geben es zu :)

Es ist nicht aus der Luft gegriffen, wenn man sagt, Outdoor-Enthusiasten hätten einen an der Murmel. Wandern mit spärlicher Ausrüstung durch Wald und Flur, statt es sich auf dem Sofa gemütlich zu machen.

Einige sparen beim letzten Gramm:

  • man sägt nicht die Zahnbürste hinterm Kopf ab - man lässt die daheim und nimmt zerkaute Zweige ...
  • man nimmt nur einen Biwaksack mit oder besser noch ne Mülltüte und 'ne halbe Isomatte
  • der Rucksack ist aus Ballonseide und selbstgenäht ...
  • der Göffel is aus Titan und deshalb 2,5 Gramm leichter als sein Plastik-Pendant ...
  • Kombinationen obiger Punkte und mehr ...


Ich bin auf die Website outdooridiots.com gestossen. Da wird mit solchen Vorurteilen aufgeräumt - und zwar gründlich! Die bekloppten Engländer schleppen, wie es ihrer verschrobenen Art und meinen persönlichen Vorurteilen entspricht, sogar ganze Teeküchen mit sich herum. Macht Spass das zu lesen.

Tolle Seite, Testurteil: ++! doppelplusgut!
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Packphilosophie

(leicht gänderte Fassung eines kurzen Artikels von meiner alten Homepage)

In der Grauzone zwischen Ultralight Backpacking und Auto-Camping stehen sich zwei Kontrahenten gegenüber: Gewicht und Packmass gegen Komfort/Kosten. Was man besser immer dabei haben sollte, und was man nur unnötigerweise mit sich herumträgt, sind die darum am häufigsten gefragten Topics. Braucht man all das coole Zeug aus der Werbung wirklich?
Bewährter Grundsatz:
"Was man im Kopf hat, muss man nicht im Rucksack mitschleppen" :cool:

Wie bei einer ordentlichen Unfallmeldung gibts auch hier die tollen W - Fragen, die erste Frage lautet: Wo

Wo soll's denn hingehn?

Die zweite Frage lautet: Wann

Sommer, Winter, Monsun?

Die dritte Frage lautet: Was

Was soll unternommen werden? Mehrtägige Wanderung im Hochgebirge oder nur über Nacht aufs Festival?

Die vierte Frage lautet: Wie

Wie ist man unterwegs, mit dem Rad, Boot oder Motorrad, oder auf Schusters Rappen? Gemütlicher Familienausflug oder Weltrekordversuch? ;-)

Man sollte eine Liste mit all seinem Gerümpel anfertigen, und zwar je nach dem Einsatzzweck. Niemand braucht Mückenschutz im Winter, dafür reicht im Sommer auch eine leichte Decke statt 3lagigem Monsterschlafsack. Der zusätzliche Liter Wasser frisst das dann wieder auf. :p
 
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