Aufgrund des Blogeintrages von Bausebruzzler
(Klick mich...) zum Thema EPa, möchte ich euch hier das amerikanische Gegenstück vorstellen:
MRE (Meal-Ready-to Eat)
Das MRE hat seinen Ursprung irgendwann am Anfang der 80er Jahre. Es ist das Combat Essen der amerikanischen Armee. In der Bundeswehr gibt es analog dazu das EPa, dass sich in einigen Punkten leicht in anderen sogar erheblich unterscheidet.
Das MRE, (oder auch Meal-rejected-by-the-enemy ;-) ) ist im Gegensatz zum EPa nur eine Mahlzeit. Das heißt Essen für den ganzen Tag besteht aus drei Packungen MRE. Wobei mir nicht so richtig klar ist, wie man z.B. Meatloaf with Gravy zum Frühstück runter bekommt, aber das Problem kennt ihr ja bei mir vom Pemmikan :-)
(klick mich)
Die Verpackung ist ca 15cm breit, ca. 5cm hoch und etwa 30 cm lang. Bei einem Gesamtgewicht von knapp 800 Gramm pro Mahlzeit/Packung sicherlich für einen Trekker kein Leichtgewicht, denn pro Tag währen dass nach Adam Riese ca. 2,4 Kg.
Die Verpackung selbst ist aus einer reiß festen Plastiktüte und damit auch wasserdicht. Zum öffnen benötigt man entweder kräftige Fingerkuppen oder einfach ein Taschenmesser. Die Tüte ist hinterher nicht wieder verschließbar. Im Allgemeinen muss man leider sagen, dass nach dem Verzehr sehr viel Müll übrig bleibt, was sich auf amerikanischen Truppenübungsplätzen (z.B. Grafenwöhr, Baumholder oder auch Hohenfels) sehr deutlich gerade in Biwakräumen zeigt. Naja, die Amis tanken ihre Kiowa`s auch mitten auf der Wiese. Anderes Thema...
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Es gibt mittlerweile insgesamt 24 verschieden MREs, welche es als Fleischgerichte, vegetarisch und auch koscher gibt. Die Gerichte sind in 12er Packungen in Kartons verpackt, welche mit Case A (MRE 1-12) oder Case B (MRE 13-24) gekennzeichnet sind. Wenn man mit den Amerikanern eine Übung fährt, bekommt man das Zeug fast tonnenweiße hinterhergeworfen. Es interessiert auch niemanden wirklich, wieviel an wen ausgegeben worden sind. Was übrigends bei der Munitionsausgabe genauso ist.... ^^ Anders bei den Deutschen. Da weiß der Küchenchef aufs EPa genau, wieviel welche Kompanie bekommen hat und wehe der Spieß hat zu wenig Soldaten gemeldet! Aber, ich schweife wieder ab...
In meinem Beispiel habe ich das Gericht Nummer 19 „Beef with Mushrooms“, welches ich euch nun etwas genauer zeigen möchte.
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Ein MRE setzt sich aus folgenden Bestandteilen zusammen:
-Hauptgericht (wie in meinem Fall „Beef with Mushrooms in Sauce“ (also gekochtes Rindfleisch mit Pilzen in Soße)) in einer Umverpackung aus Karton
-Beilage (hier „Yellow and wild rice pilaf“ -also irgendwas mit Gelbem- und Wildreis)
-Brot oder Cracker (auch Panzerplatten genannt, nur nicht hart wie die deutschen Kekse)
-Brotbelag (hier Erdbeermarmelde aber natürlich auch Peanutbutter oder ein (sauscharfer) Streichkäse)
-Dessert (in meinem Fall Oatmeal Cookie -Kekse aus Hafermehl – Ich hatte aber auch schon Brownies)
-Süßigkeiten (hier Kaugummi, es können aber auch M&M oder Skittles drin sein, die hab ich immer mit meinen amerikanischen Kameraden getauscht Diese kleinen, fruchtigen, runten, bunten Perlen, die einen anlachen, wenn man die Tüte aufmacht. Ooohh ich liebe Skittles!
Doch schon wieder bin ich vom Thema abgekommen...)
-Getränkepulver (hier Kakao heiß oder kalt geniessbar, kann aber auch so ein Limonadenpulver sein, ähnlich dem im EPa. Manchmal ist auch ein sauleckerer Apfeltee dabei. Der ist echt extrem lecker, leider hab ich diesen noch nirgends zu kaufen gesehen, auch nicht in USA, zumindest nicht in New York.
-in einem extra Tütchen Befinden sich noch folgende Sachen (kann von MRE zu MRE ebenfalls abweichen):
ein kleines Fläschchen Tabasco
Zucker
Salz
Kaffeepulver
Kaffeweißer
Klopapier
Erfrischungstuch
Streichholzbriefchen (20 Streichhölzer)
und die o.g. Kaugummies
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-außerdem befindet sich noch ein Plastiklöffel in der Packung
-am interessantesten ist jedoch noch eine zusätzliche Tüte, der sog „Flameless Ration Heater“ also ein „flammenloser Kocher“. In der Tüte befindet sich ein Granulat, welches in Verbindung mit Wasser chemisch reagiert und sehr heiß wird. In diesen Heater kommt nun das Hauptgericht, Wasser bis zur Markierung füllen, Tüte zu falten und zurück in die Umverpackung des Hauptgerichtes. Nach ca. 10 – 15 Minuten ist das Zeug dann heiß und man kann dinieren.
Der Preis pro MRE liegt in Deutschland zwischen 6 – 10 €. Bei Ebay habe ich aktuell einen Karton = 12 Stück für 83€ versandkostenfrei gesehen.
Über den Geschmack, kann man wenig sagen, da erstens Geschmäcker bekanntlich sehr verschieden sind und zweitens bei 24 Auswahlmöglichkeiten eine allgemeine Aussage nicht angebracht wäre.
Ein MRE hat ca 1200 Kalorien, was ein Drittel des empfohlenen Tagespensum wäre. Ganz ehrlich hab ich noch keinen getroffen, der wirklich drei solcher Packungen am Tag reingehauen hat.
So, und nun lasst`s euch schmecken :D
Gruß
Michael